Quick Poll
Werden Sie einen Arzt zur Diagnosefindung konsultieren?
Home >Das Kreuz mit dem Kreuz > Morbus Bechterew auf einen Blick

Morbus Bechterew verstehen

Morbus Bechterew auf einen Blick

Morbus Bechterew (auch ankylosierende Spondylitis genannt) ist eine chronische, entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankung, die hauptsächlich die Gelenke der Wirbelsäule betrifft und neben starken Rückenschmerzen im weiteren Verlauf zu Versteifungen im Bereich der Wirbelsäule führen kann. Zusätzlich können auch entzündliche Veränderungen an anderen Gelenken (z.B. Knie, Schulter, Hüfte), Sehnen, den Augen und dem Darm auftreten. Meist beginnt die Erkrankung zwischen dem 16. und 45. Lebensjahr; in Deutschland sind schätzungsweise 450.000 Menschen betroffen. Aktive Phasen mit starken Beschwerden (Schub) können sich mit beschwerdefreien oder -armen Intervallen über mehrere Jahre abwechseln. Häufig werden milde Verlaufsformen beobachtet, schließlich kann die entzündliche Phase der Krankheit auch gänzlich zur Ruhe kommen; die Gründe hierfür sind bisher nicht bekannt. Die Erkrankung schreitet meist langsam voran, lässt sich im Verlauf jedoch entscheidend beeinflussen. Deswegen ist eine frühe Diagnosestellung sehr wichtig.
Mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten und einer regelmäßigen Morbus Bechterew-Gymnastik kann in den allermeisten Fällen die Entzündung schnell und anhaltend gestoppt und somit der Verlauf der Krankheit entscheidend beeinflusst werden, so dass die typischen Kreuzschmerzen rasch und dauerhaft zurückgehen sowie die Beweglichkeit bewahrt bleibt.
Wenn Sie die Vermutung haben, eventuell an Morbus Bechterew erkrankt zu sein, dann machen Sie am besten den von Experten entwickelten Bechterew-Check. Besprechen Sie das Ergebnis mit Ihrem Hausarzt bzw. mit einem Rheumatologen.

Wodurch wird Morbus Bechterew verursacht?

Die eigentliche Ursache für die Erkrankung ist immer noch unklar. Man geht heute davon aus, dass bei Morbus Bechterew ein gestörtes Wechselspiel zwischen erblichen Komponenten und Umwelteinflüssen, wie eine bakterielle Infektion, zu einer Fehlsteuerung des Immunsystems führt. Körpereigene Zellen werden angegriffen. Deshalb zählt Morbus Bechterew auch zu den sogenannten Autoimmunerkrankungen (griechisch: autos = selbst). Die Folge ist eine chronische Entzündung, die vor allem die Wirbelsäule betrifft.

Welche Auswirkungen kann Morbus Bechterew auf die Wirbelsäule haben?

Morbus Bechterew beginnt häufig mit einer Entzündung im so genannten Sakroiliakalgelenk (Kreuzdarmbeingelenk), welches die Wirbelsäule mit dem Becken verbindet. Dies erklärt den fast immer tief sitzenden Schmerz zu Beginn der Erkrankung. Bedingt durch die Entzündung kann eine Zerstörung des Knorpelgewebes mit nachfolgendem knöchernem Umbau der Gelenke beobachtet werden.





Im weiteren Verlauf kann sich die Entzündung auf die Wirbelsäule ausdehnen und zu einer zunehmenden Verknöcherung mit Versteifung der Wirbelknochen führen. Dieser meist schmerzhafte Prozess kann sich über viele Jahre hinziehen, ist aber nicht zwangsläufig. Das heißt, dass auch sehr häufig milde Verlaufsformen zu beobachten sind.

Copyright © 2010 Merck, Sharp and Dohme Corp, Whitehouse Station N.J., U.S.A