
Wussten Sie schon?
In Deutschland sind etwa 450.000 Menschen an Morbus Bechterew erkrankt, das bedeutet etwa einer von 180 Bundesbürgern.
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Wodurch wird Morbus Bechterew verursacht?
Die genaue Ursache für die Erkrankung ist noch unklar. Man geht heute davon aus, dass ein gestörtes Wechselspiel zwischen genetischen Anlagen und Umwelteinflüssen zu einer Fehlsteuerung des Immunsystems führt. Aus noch nicht bekannten Gründen richten sich dabei die Abwehrzellen des Immunsystems, die eigentlich eingedrungene Krankheitserreger abfangen sollen, vermutlich vor allem gegen körpereigene Strukturen. Die Entzündung wird chronisch und kann Gewebe wie Knorpel und Knochen dauerhaft schädigen.
Was ist HLA-B27 und welche Rolle spielt die Vererbung?
HLA-B27 ist ein spezielles Zelloberflächenmerkmal, das auf fast allen Körperzellen vorhanden ist und vermutlich eine wichtige Rolle bei der Infektionsabwehr sowie der Unterscheidung des Immunsystems zwischen 'fremd' und 'eigen' spielt.
Bei etwa 95% der Patienten mit Morbus Bechterew ist HLA-B27 als typisches genetisches Merkmal zu finden. Diese Tatsache weist auf eine erbliche Veranlagung hin. Das Vorliegen dieses Merkmals bedeutet jedoch nicht automatisch, dass man an Morbus Bechterew erkrankt. Die große Mehrheit, die dieses Merkmal aufweist (in Deutschland ca. 8%), bleibt gesund. Nur etwa jeder 17. Mensch mit HLA-B27 entwickelt im Laufe seines Lebens diese Krankheit. Umgekehrt bedeutet das Fehlen des Oberflächenmerkmals nicht, dass Morbus Bechterew ausgeschlossen werden kann. Das deutet darauf hin, dass andere Gene und weitere, umweltabhängige Faktoren eine Rolle bei der Entstehung der Erkrankung spielen können.
Wie häufig ist die Krankheit?
In Deutschland sind etwa 450.000 Menschen an Morbus Bechterew erkrankt, das bedeutet etwa einer von 180 Bundesbürgern.
Meist beginnt Morbus Bechterew im jungen Erwachsenenalter, zwischen 16 und 45 Jahren und tritt etwas häufiger bei Männern auf. Bei Frauen wurde die Erkrankung in der Vergangenheit eher unterdiagnostiziert.
Kann Morbus Bechterew andere Gelenke und Organe betreffen?
Ja, neben der Wirbelsäule können schmerzhafte Entzündungen auch an anderen Gelenken wie z.B. Knie, Hüften, Schulter und den Sehnenansätzen (typisch ist hier beispielsweise die Druckschmerzhaftigkeit der Achillessehne) auftreten. Die Regenbogenhaut des Auges ist häufig betroffen und als Begleiterkrankung können Entzündungen des Darms (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) und der Haut (Schuppenflechte) auftreten.
Wenn bei Ihnen Beschwerden auftreten, die auf den ersten Blick scheinbar nichts mit Ihrem Morbus Bechterew zu tun haben, sollten Sie dennoch mit Ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen.
Wie verläuft die Krankheit über die Jahre?
Morbus Bechterew ist eine chronische (lang dauernde) Krankheit, die bisher noch nicht heilbar ist. Dabei ist der Krankheitsverlauf bei Jedem anders und lässt sich für den einzelnen Patienten nicht vorhersagen: Morbus Bechterew kann sowohl stetig fortschreiten als auch in Schüben verlaufen, die von unterschiedlich langen beschwerdefreien Phasen unterbrochen werden. Schließlich kann die entzündliche Phase auch gänzlich zur Ruhe und die Krankheit zum völligen Stillstand kommen.
Ebenso zeigen sich bezüglich des Schweregrades große Unterschiede. Bei manchen Menschen verläuft die Krankheit relativ mild und es zeigen sich kaum Symptome, während sie bei anderen starke Schmerzen verursachen kann.
Mit einer individuell angepassten Behandlung, inklusive regelmäßiger Bewegungsübungen, kann Morbus Bechterew in den allermeisten Fällen sehr gut kontrolliert werden, so dass Sie Ihr Leben nach Ihren Wünschen und Vorstellungen gestalten können.
Nutzen Sie diesen Fragebogen, um Ihre Symptome immer wieder über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Das wird Ihnen bei den Gesprächen mit Ihrem Arzt helfen.




