
Wussten Sie schon?
In Deutschland sind etwa 450.000 Menschen an Morbus Bechterew erkrankt, das bedeutet etwa einer von 180 Bundesbürgern.
Leben mit Morbus Bechterew - Tipps für den Alltag
Treiben Sie Sport
Wenn bei Ihnen die Diagnose Morbus Bechterew gestellt wurde, ist es besonders wichtig, dass Sie körperlich aktiv bleiben. Neben der bereits vorgestellten Physiotherapie bieten sich einige Sportarten ganz besonders an. Durch Sport verbessern Sie nicht nur Ihre allgemeine Kondition, sondern fördern mit gestärkten Muskeln auch die Beweglichkeit Ihrer Wirbelsäule.
Welche Sportarten sind geeignet?
Alle Sportarten, bei denen Wirbelsäule und Gelenke geschont werden wie z.B. Radfahren (in möglichst aufrechter Haltung), Walking oder Skilanglauf sind für Morbus Bechterew-Patienten geeignet. Schwimmen, vor allem Rückenschwimmen ist besonders gut, da alle Muskeln und Gelenke in einer praktisch schwerelosen Umgebung bewegt werden.
Weniger geeignet sind Sportarten, die mit starken Erschütterungen der Gelenke oder der Wirbelsäule einhergehen, wie z.B. Squash oder Judo.
Tragen Sie unabhängig von der Sportart, die Sie sich ausgesucht haben, gut dämpfende Sportschuhe, um die Gelenkbelastung zu reduzieren. Am wichtigsten ist natürlich, dass Sie sich Aktivitäten aussuchen, die Ihnen Spaß machen, so dass Sie sich zu einem regelmäßigen Training motivieren können. Sport ist eine wunderbare Möglichkeit, Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden zu verbessern, aber bitte vergessen Sie nicht: Sport sollte kein Ersatz für Ihre individuellen Bewegungsübungen sein. Wichtig ist aber auch: Jeder Sport, der durchgeführt wird, ist besser als wenn er nicht gemacht wurde.
Die Bedeutung der Körperhaltung
Aufgrund der Schmerzen neigen Morbus Bechterew-Patienten zu Fehlhaltungen, die sich mit der Zeit verstärken können. Insbesondere der Rücken ist davon betroffen: Typisch ist dabei eine vermehrte Krümmung der Wirbelsäule mit Ausbildung eines Rundrückens. Egal ob Sie stehen, sitzen, gehen oder tragen - achten Sie auf Ihre Körperhaltung, und das in jeder Alltagssituation. Wenn möglich, passen Sie z.B. Ihren Arbeitsplatz entsprechend Ihren Bedürfnissen an, so dass Sie leichter oder sogar automatisch eine gute Haltung annehmen können. Eine gerade Körperhaltung entlastet nicht nur Ihre Wirbelsäule, Sehnen und Muskeln, sondern beugt auch Rückenschmerzen vor.
Positive Grundeinstellung
Mit einer positiven und zuversichtlichen Grundeinstellung können Sie viele Belastungen und Beeinträchtigungen besser bewältigen. Lassen Sie Ihren Alltag nicht zu sehr von der Krankheit bestimmen. Versuchen Sie trotz mancher Einschränkung, oder gerade deshalb, Ihr Leben nach Ihren Vorstellungen zu gestalten und Dinge zu genießen, die Ihnen Spaß machen und Freude bereiten.
Ergreifen Sie die Initiative
Informieren Sie sich - je mehr Sie darüber wissen, desto besser bekommen Sie Morbus Bechterew in den Griff. Nehmen Sie das Heft in die Hand und achten Sie darauf, Ihre Medikamente wie verschrieben anzuwenden, machen Sie täglich Ihre Bewegungsübungen und lassen Sie sich von Ihrem Arzt regelmäßig untersuchen. So haben Sie und Ihr behandelndes Team den zeitlichen Verlauf im Blick und können frühzeitig reagieren, wenn die Therapie angepasst werden muss.
Achten Sie auf Ihr Gewicht
Durch ein optimales Gewicht wird die Belastung Ihrer Wirbelsäule reduziert. Zudem ist eine ausgewogene Ernährung wichtig für Gesundheit und Vitalität. Eine spezielle Diät, die für Morbus Bechterew-Patienten empfohlen wird, gibt es jedoch nicht.
Setzen Sie Prioritäten
Das Setzen von Prioritäten und ein entsprechendes Zeitmanagement tragen dazu bei, Alltagsstress abzubauen und eine positive Sichtweise einzunehmen.
- Fragen Sie sich selbst, was wichtig ist
- Erkennen Sie, was nicht wirklich von Bedeutung ist
- Wenn Sie der Meinung sind zu viel zu tun, prüfen Sie, wo Sie sich zurücknehmen können
- Lernen Sie, auch einmal "Nein" zu sagen
- Nehmen Sie schwere Aufgaben dann in Angriff, wenn Sie die meiste Energie oder Unterstützung haben
- Scheuen Sie sich nicht, andere um Hilfe zu bitten
- Lernen Sie Ihre Grenzen kennen
- Planen Sie für jeden Tag Zeit für sich und die Dinge, die Sie gerne tun, ein
Entspannen Sie sich
Wirksamer Stressabbau und Entspannung können nicht nur bei der Schmerzbewältigung helfen, sondern auch das Wohlbefinden stärken und die Grundstimmung verbessern. Dabei können Entspannungstechniken wie autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobsen oder Yoga eine wertvolle Unterstützung bieten.
Nutzen Sie diesen Fragebogen, um Ihre Symptome immer wieder über einen längeren Zeitraum zu beobachten. Das wird Ihnen bei den Gesprächen mit Ihrem Arzt helfen.




